Let’s Kill A Kit – Wie ich mit Scrapbook-Kits arbeite

Hallo ihr Lieben!

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich arbeite gern mit Scrapbook-Kits. Wenn sie gut zusammengestellt sind, brauche ich in der Regel fast keine weiteren Materialien – außer die gängigen Werkzeuge und meinen heißgeliebten weißen Cardstock – um daraus Layouts oder Mini-Alben entstehen zu lassen. Zumindest ist das jetzt so.

Als ich mit Scrapbooking angefangen habe, damals vor vielen, vielen Jahren, habe ich hin und wieder Kits gekauft. Aber wirklich genutzt habe ich sie nicht. Meist habe ich die Materialien einfach in meinen Stash einsortiert – so wie als hätte ich die Produkte einzeln gekauft. Und das ist sicherlich eine durchaus legitime Art, mit Kits umzugehen. Wenn wir jedoch einmal ehrlich sind: Die Produkte in den Kits sind aufeinander abgestimmt und dafür bestimmt, miteinander verwendet zu werden.

Als ich Teil von Design Teams wurde, musste ich mein bisheriges Vorgehen jedoch überdenken. Ziel hier ist schließlich, zu zeigen, wie versatil ein Kit sein kann. Plötzlich hatte ich diese durchsichtige Tüte voller Produkte vor der Nase und nicht die Freiheit, meinen Stash mit ins Spiel zu bringen. Eine Strategie musste her und mittlerweile habe ich tatsächlich ein mal-mehr-mal-weniger systematisches Vorgehen entwickelt, mit dem ich das meiste aus dem Kit und meinem Mojo herausholen kann. (Denn das muss ich zugeben: Manche Kits sprechen meinen Mojo mehr an als andere. Aber so spielt das kreative Leben.)

Und als ich so das kommende Mai-Kit der Scrapbook-Werkstatt vor mir liegen sah, dachte ich mir: Warum mein Vorgehen nicht einmal anhand eines Kit beispielhaft skizzieren?

1. Material sichten

Darunter fällt bei mir nicht nur das Kit selbst, sondern auch Fotos, Cardstock, Cutfiles und Mixed Media Materialien. Ich tendiere dazu, Cutfiles auf Vorrat zu schneiden, einfach weil mein Scrapbereich nicht groß genug ist, um gleichzeitig zu schneiden und zu scrappen. Daher investiere ich häufig ein bis zwei Stunden und lasse die Silhouette im Akkord rattern. So habe ich immer einen kleinen Stapel an Ready-to-use Cutfiles in meiner Nähe. Ebenso gehe ich bei Fotos vor, die ich zuhause über meinen Selphy drucke.

Außerdem pflücke ich das Kit einmal auseinander – ich hole Embellishments aus ihrer Verpackung und sortiere sie in meine Keramik-Aufbewahrung von Crate Paper ein (eine kleine Schüssel geht hier aber auch gut) und ich schaue mir die enthaltenen Papiere genau an und stelle mir dabei mehrere Fragen:

Kann ich hier einzelne Motive ausschneiden?
Eignet sich das Papier als Hintergrund oder zum Layern?
Ist es ein Cut-Apart-Papier?
Möchte ich damit ein Cutfile hinterlegen und wenn ja, wie viel vom Papier wird dabei benötigt?

Weiterhin frage ich mich:

Möchte ich mit diesem Cutfile, diesem Papier Mixed Media verwenden?
Wie kann ich die ausgeschnittenen Motive anordnen? Sind es Embellishments oder Teil des Hintergrunds?

Ich lege mir also, bevor ich anfange mit dem Kit zu arbeiten, einige Materialien und gewisse Ideen zurecht, die ich für das Kit verwenden möchte. In den nächsten Schritten können sich diese Materialien auch wieder ändern. Aber diese Sichtung ermöglicht mir, einen Überblick über all das meine Materialien zu gewinnen.

 

2. Layouts planen

Huch, das ging ja jetzt schnell, denkst du vielleicht. Aber prinzipiell ist dies ein reiner “Rumspielen”-Schritt. Ich greife mir meine Fotos und/oder Cutfiles und die Designpapiere und probiere sie aneinander aus. Das bedeutet meist, dass ich testweise Cutfiles und Fotos auf den Papieren platziere und mir dabei die Fragen und Antworten aus Schritt 1 ins Gedächtnis zurückrufe.

Wenn ich die Kombination mag, die ich mir zurechtgelegt habe, wandern Designpapier und zugehöriges Cutfile/Foto auf einen Stapel für später und die restlichen Papiere auf einen anderen Stapel. Cutfiles oder Fotos, die ich in keiner Kombination mochte, wandern zurück in meinen Stash und warten dort auf andere Materialien.

Im besten Falle habe ich nun bereits eine recht konkrete Vorstellung davon, wie meine Kit-Layouts aufgeteilt werden und welche Embellishments ich verwenden will. In diesem Falle landen gern auch bereits Die Cuts oder andere Embellishments in meinem Stapel. Hier habe ich mich aber zunächst auf die Grundzüge konzentriert.

 

3. Layouts vorbereiten

In diesem Schritt geht es darum, Layout-Skelette zu schaffen. Dazu nehme ich mir die Kombinationen, die ich mir bereits zurechtgelegt habe und schaffe die Basis. Das heißt, ich hinterlege meine Cutfiles mit den gewünschten Papieren, schneide meine Motive aus Designpapieren aus und ich hole meine Farben hervor für die Layouts, die ein bisschen Mixed Media abkriegen sollen.

Anschließend arrangiere ich all diese Einzelteile auf meinen Papieren und klebe die Teile schon einmal fest, die im Hintergrund des Layouts liegen sollen. Oder ich bereite Hintergründe mit Stencil und Farben bzw. Pasten vor.

Meist sind nach diesen Schritten ein Nachmittag oder zwei ins Land gezogen. Ideale Gelegenheit um ein wenig Abstand zu gewinnen und Farben trocknen zu lassen. Ich schlafe tatsächlich gern eine Nacht über das, was ich bis hierhin erledigt habe, um den Kopf für den letzten großen Schritt freizubekommen.

 

4. Layouts finalisieren

Jetzt kommen die Feinheiten: Ich nutze die restlichen Papiere zum Layern und um eventuell zusätzliche Embellishments zu gewinnen, in dem ich Motive ausschneide, um die Layouts zu finalisieren. Ich arbeite hier immer nur an einem Layout, bis ich mit diesem zufrieden bin. Erst dann greife ich zu meinem nächsten Layout-Skelett.

Beim Verarbeiten der Materialien gehe ich rigoros vor – mein Ziel ist zwar, möglichst viel aus dem Kit herauszuholen, aber nicht nach dem Motto “Das spare ich mir noch für später auf”. Denn gleichzeitig möchte ich am Ende möglichst wenig Material noch übrig haben. Wenn etwas zu dem Layout passt, an dem ich gerade arbeite, dann wird es verwendet. (So kann man sich auch ganz effektiv das Horten von Material abtrainieren. :D)

Wenn ich aus meinen Skeletten richtige Layouts geschaffen habe, ich aber immer noch genug Material für Layouts übrig habe oder mein Mojo noch stramm steht, beginne ich wieder bei Schritt 1 und versuche diese Reste noch zu verarbeiten.

Bei diesem Kit hatte ich am Ende noch diese Produkte übrig…

…und 9 fertige Layouts auf dem Tisch. Mit den Resten hätte ich sicherlich noch ein oder gar zwei Layouts kreieren können, aber zu diesem Zeitpunkt machte sich mein Rücken bemerkbar und die Schnippsel wurden den ewigen Scrapgründen übergeben. Die größeren Teile und Embellishments sind in meinen Stash gewandert.

 

Damit habe ich dieses Kit als “killed” deklariert.

Dieser Plan funktioniert für mich mittlerweile wirklich gut und vielleicht profitieren auch einige von euch davon. Ich hoffe, ihr konntet meinem Vorgehen folgen. Ganz viel von dem, was ich tue, ist relativ intuitiv und geleitet von persönlichem Geschmack. Wenn ihr Fragen habt, lasst es mich einfach wissen. :)

 

xoxo

Jen

1 Kommentar

  1. Ein neuer Blogbeitrag ♥
    Und dann auch noch gleich so ein toller! Ich persönlich scheitere ja regelmäßig daran, ein Kit wirklich zu killen. zT. weil ich dann doch noch hier und da (und da und dort und sowieso) noch was aus dem Stash hinzufüge, zT. aber auch, weil ich manchmal einfach nicht die richtige Inspiration habe.

    Darum werden Kits bei mir ganz oft Streichelware und müssen erst eine Weile ablagern. Sie direkt in den Stash einzusortieren bringe ich dann aber auch immer nciht übers Herz, denn eben wie du schon gesagt hast: Sie sind ja füreinander gemacht.

    Deine Vorgehensweise finde ich auf jeden Fall in sich total schlüssig. Tatsächlich verfolge ich sie in Grundzügen auch schon ein wenig seit ich im DT bin. Das ist total spannend ^^

    Und nach wie vor: Respekt für das gekillte Kit. Wahnsinn – da ist ja wirklich kaum was über gelieben! Richtig genial – so muss das! Auf die fertigen Layouts freu ich mich schon enorm ♥

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