Thema Distressing: Papiere altern lassen im Handumdrehen

So, ihr Lieben, heute kommt endlich der Eintrag, um den mich Goldkind vor ewigen Zeiten mal gebeten hat. Nämlich der Eintrag zum Thema Distressing.
Da ich am Wochenende wieder einmal ordentlich Papiere schikaniert habe bis zum Umfallen, habe ich die Chance ergriffen, davon Fotos zu machen. Irgendwie habe ich das vorher immer vergessen oder es war einfach schon zu dunkel für gute Fotos. (Nicht, dass das Licht am Samstag besonders gut gewesen wäre, deswegen sind die Fotos teilweise etwas blöd belichtet.) Aber besser so als gar nicht. Oder so.

Distressing – Was ist das?

In Verknüpfung mit Scrapbooking sollte distressing nicht mit der englischen Vokabel to distress = peinigen verwechselt werden, aber ihr dem Papier ordentlich zu Leibe rückt. Nein, distressing bedeutet im Großen und Ganzen, dass ihr einem Papier einen gealterten, vintagigen Look verpasst. Aus neu mach alt, quasi.
Zum besseren Verständnis hier mal ein Vorher-Nachher-Foto:

Scrapbooking-Technik: Distressing
Links seht ihr das Papier, wie es vorher aussah, rechts die distresste Variante. 

Bei diesem Beispiel habe ich aus allen Rohren geschossen. Ich habe geknüllt und gerissen und gefärbt und gekleckst. Ihr müsst natürlich nicht immer alles machen, was möglich ist. In diesem Fall hat es in gelblich-braun einfach besser zum späteren Hintergrund gepasst. Oft genug reicht es aber auch, wenn ihr das Papier knüllt oder an den Ecken und Kanten einfärbt.
Mit Distressing könnt ihr ganze 12×12-Hintergründe gestalten, kleine Papierstücken fürs Layering und Tags.
Wie der „Fetzen“ oben entstanden ist, will ich euch nun kurz zeigen.

1. Material:

Scrapbooking-Technik Distressing: MaterialScrapbooking-Technik Distressing: Material

Für Distressing braucht ihr:

  • Papier: das können Design-Papiere, alter Zeitungen oder auch einfach nur Papierreste
  • Farben: in Form von Stempelkissen, Wasserfarbe oder alten Kaffee/schwarzen Tee (hier braucht ihr mindestens eine hellere, gelbliche Farbe und eine dunklere schwarze/braune Farbe)
  • Bastelunterlage (am besten wasserfest), ggf. Schere oder Skalpell

Vor allem bei den Farben bin ich vom Tim Holtz/Ranger-Sortiment sehr angetan. Die Produkte der Distress-Reihe sind, wie der Name schon verrät, genau auf Distressing ausgerichtet und bieten unglaublich viel Potential für tolle Effekte. Meine persönlichen Lieblinge, was Farben angeht, sind scattered straw und vintage photo. Scattered straw ist ein wunderschönes Gelb und vintage photo ein sepiatöniges Braun. Beide Farbrichtungen habe ich für den Schnipsel auch verwendet: Distress Ink in scattered straw und vintage photo und Distress Stain in vintage photo.
Gute Erfahrungen habe ich übrigens auch mit den Antique Pages-Stempelkissen gemacht, die es bis vor kurzem noch im Idee gab. Aus mir unerfindlichen Gründen wurden die Stempelkissen jedoch aus dem Sortiment genommen. Schade. Ich hätte mich gern nochmal mit der Farbe dark chocolate eingedeckt.

2. Anleitung zum Distressing

Nachdem ihr euer Material bereitgestellt habt, geht’s ums Eingemachte. Zu allererst müsst ihr euch jetzt ein passendes Stück Papier aussuchen, ausschneiden oder herausreißen. Ich reiße meistens, da ich unsaubere Kanten ziemlich gern mag. Wer es aber lieber gerade mag, der kann gern schneiden. Wie ihr Kanten distressen könnt, zeige ich euch weiter unten noch.

Schritt 1: Legt das Papier vor euch auf eure Bastelunterlage. Mit der helleren Farbe (hier verwendet: scattered straw) färbt ihr nun das komplette Papier ein. Das darf gern fleckig passieren und muss nicht gleichmäßig aussehen.
Schritt 2: Jetzt wird gekleckst! Benutzt Distress Stains oder wässrige Farbe, um Kleckse aufs Papier zubringen. (Wie ihr mit Distress Stains tolle Kleckse hinbekommt, hat Anke von Bits and Pieces hier erklärt.)

Scrapbooking-Technik Distressing: Schritt 1Scrapbooking-Technik Distressing: Schritt 2

Schritt 3: Euer Papier sollte jetzt relativ feucht sein. Wenn es regelrecht nass ist, was durch das Klecksen vor allem bei dünneren Papieren durchaus passieren kann, dann lasst es kurz ein wenig antrocknen, bevor ihr weiterarbeitet. Denn jetzt zerknüllt ihr das Papier und wenn es zu nass ist, kann es euch dabei schnell einreißen. Formt einen schönen knittrigen Ball aus dem Papier und das gerne auch mehrmals hintereinander damit es schön faltig wird.
Übrigens: Wenn ihr das Papier nicht wie oben komplett einfärbt, ist es ratsam es trotzdem anzufeuchten – vor allem bei dickeren Papieren. So lassen sie sich erstens besser falten und zweitens verhindert ihr so, dass eventuelle Motive unschön einreißen. (Außer es soll so, dann haut rein.)
Schritt 4: Faltet euren Papierball nun wieder vorsichtig auseinander, damit ihr es nicht zerreißt. Streicht das Papier leicht glatt und fahrt dann so mit einem dunklen Stempelkissen über das Blatt, dass die oben Kanten der Falten eingefärbt werden.

Das war’s! Lasst das Papier jetzt noch ordentlich trocknen, bevor ihr damit weiterarbeitet und bügelt eventuell noch einmal drüber, wenn ihr es nicht ganz so faltig mögt.
Und das könnt ihr anschließend damit anstellen:

Entweder ihr benutzt das Papier als Hintergrund (links) oder als Teil des Layerings (rechts).

3. Kanten distressen

Wie oben angekündigt, soll es jetzt zum Schluss noch einmal darum gehen, wie ihr Kanten distressen könnt. Auch hier habt ihr verschiedene Möglichkeiten. Zum einen könnt ihr die Kanten des Papieres einfärben, so wie ihr es in dem Hintergrund bei der Album-Seite oben rechts sehen könnt.
Ihr könnt der Kante aber auch mit einem Distresser oder eurer Schere bzw. einem Skalpell zu Leibe rücken. Fahrt einfach mit der Scharfen über die Ecke, um die Ecke anzurauhen. Das sieht dann etwa so aus:

Ebenfalls eine tolle Variante um Kanten zu distressen, ist, die Kanten leicht anzufeuchten und diese dann bewaffnet mit euren Fingernägeln anzurauhen, einzureißen und zu zerknittern. Das kann dann am Ende so aussehen:

Wenn ihr die Kanten vorher eingefärbt habt, kann das ebenfalls zu tollen Effekten führen.

Liebe Iv, ich hoffe, das war in etwa das, was du dir vorgestellt hast. :)

Ich hoffe, das war zumindest ein wenig hilfreich und halbwegs verständlich. Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, immer her damit.

~MissBlogger

8 Kommentare

  1. iiiich find das super!! Ich steh total auf diesen Look – vllt. kann ich das für mein eines Album ja sogar anwenden … *hach
    Wie sind die distress-Produkte denn so preislich bzw. in der Leistung her? schnell alle? Da geht ja u.U. schon einiges drauf oder?

    Aber der Effekt ist total schön :)

    1. Die Stempelkissen liegen bei etwas 5-6€, die Distress Stains bei etwa 3-4€. Beides ist sehr ergiebig und hält ziemlich lange. Mein erstes Stempelkissen habe ich mir Ende 2010 gekauft und das habe ich immer noch.
      Natürlich brauchst du ein bisschen mehr Farbe, wenn du häufiger ganze Seiten einfärbst. Ich habe mir für mein scattered straw jetzt einen Re-Inker zugelegt, weil ich die Farbe tatsächlich ständig benutze. Damit kann man das Stempelkissen wieder auffrischen. Der kostet auch etwas um die 5€.
      Das sind allerdings die Preise für Tim Holtz-Produkte. Die Antique Pages-Stempelkissen waren etwas billiger, aber auch nicht ganz so ergiebig.
      Da du die Stempelkissen natürlich auch zum Stempeln und nicht nur Distressen nehmen kannst, lohnt sich die Anschaffung schon, wenn du es öfters benutzt. Die Kissen nur für ein Projekt zu kaufen ist allerdings kaum lohnenswert.

      Ich hoffe, das hat dir geholfen. :)

  2. Das ist echt eine coole Bastelidee und ich muss das wohl unbedingt auch mal ausprobieren.. Ich zeichne gerne Landkarten und wenn sie alt wirken sollen ist das ein gutes Grundlagenpapier..

  3. So, jetzt habe ich es auch endlich geschafft mir diese Anleitung von dir anzusehen und bin sehr begeistert!
    Das sieht nach jeder Menge Spaß aus! :D

    Mal gucken, ob ich dafür noch irgendwo Wasserfarben auftreiben kann… ^^

    Vielen Dank für deine Mühe! :D

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