Scrapbooking für Anfänger – Mein Scrapbooking-Primer

Carmesin hat mich darum gebeten, einen Eintrag darüber zu bringen, was man braucht, wenn man mit Scrapbooking anfangen will. Und da ich immer gern Leute dazu bekehre, mit dem Basteln anzufangen, komme ich dem gern nach. Da müssen die Reviews eben noch einen Moment warten. :D

Richtig mit Scrapbooking habe ich vor etwa anderthalb Jahren angefangen, als ich dringend einen Ausgleich zu meinem (teilweise) frustrierenden Arbeitsleben und miserablen Privatleben brauchte. Ohne neues Hobby wäre ich wahrscheinlich mittlerweile entweder durchgedreht oder chronisch depressiv oder beides.
Die ersten Anzeichen, dass ich früher oder später zum Scrapbooking übergehe, zeigten sich vor zwei Jahren, als ich spontan süchtig nach Briefpapier wurde, was in einer Tonne „kawaii“-Kram unter meinem Bett und meiner neu gefundenen Liebe für Alice im Wunderland endete. Irgendwann hat sich da dann jedoch herauskristallisiert, dass ich es eigentlich weniger quietsch-rosa-bunt-und-fröhlich und mehr Vintage-Alt-Romantisch-Kitschig-Awesome mag. Und dann! Bin ich über ein Youtube-Video zu einem steampunkigen Scrapbook-Album gestolpert. Die Marke der verwendeten Papiere? Graphic45. Mein erster Gedanke war: Ich will auch.
Die Frage, die sich danach jedoch unweigerlich stellte, war: Wie komme ich da ran? Mit Scrapbooking war ich bis dato nur insoweit in Berührung gekommen, dass ich auf Etsy die Kategorie „Scrapbooking“ wahrgenommen und des öfteren frequentiert hatte. Im Nachhinein schätze ich, ich hätte mir so etwas wie einen Scrapbook-Primer besorgen sollen: Eine Anleitung dazu, wie ich mir eine gewisse Grundausstattung zusammenstellen kann. Im Endeffekt habe ich es auch ohne geschafft, aber es war ein relativ langer Weg. Und um ganz ehrlich zu sein: wahrscheinlich ist man sowieso nie fertig mit Kaufen und Bestellen und Haben-wollen.
Aber ich komme wohl besser langsam zum Punkt:

Scrapbooking für Anfänger: Was brauche ich dazu und wo bekomme ich es her?


Ganz wichtig sind zu Beginn erst einmal Bastelwerkzeuge:

  • Schneidewerkzeug: eine große Schere für große Formen & Papiere und eine kleine Bastelschere für Feinheiten; ich empfehle außerdem einen Cutter (sieht aus wie ein Skalpell), da ihr damit definitiv die geraderen Schnitte hinbekommt (und das ist vor allem wichtig, wenn ihr Papier für Alben ausschneiden müsst)
  • Unterlagen: eine normale Bastelunterlage (ich benutze ein großes, dickes Stück Pappe und Zeitungspapier, es geht aber auch professioneller) und eine Schneideunterlage für den Cutter
  • Klebe-Utensilien: ich benutze vor allem den klassischen weißen Bastelleim, da ich mit diesem am besten umgehen kann (diesen durchsichtigen Alleskleber, den es zum Beispiel von .idee gibt, finde ich zu aggressiv und im Allgemeinen eher ätzend); für Fotos können auch Klebepunkte verwendet werden (ich benutze sie nicht, weil ich sie beim Einkaufen immer vergesse)

Wo gibt es diese Werkzeuge zu kaufen?
Prinzipiell gibt es diese Werkzeuge in jedem halbwegs anständig sortierten Bastelgeschäft. Ich empfehle hier ganz dringend, Preise zu vergleichen. Gerade im .idee können Werkzeuge unglaublich teuer sein, während ihr vor allem Scheren um einiges billiger im Schreibwarenhandel oder vor allem zum Schulstart auch bei Lidl & Co. finden könnt. Meinen Cutter habe ich im Set mit fester Unterlage und weiteren sehr scharfen Schneideutensilien im Thomas Phillips für entspannte 5€ erstanden (im .idee kostet ein vergleichbares Set gern auch das Dreifache). Als allgemeine Bastelunterlage tut es übrigens tatsächlich auch Zeitung oder ein großes Stück Pappe.

Sobald ihr werkzeugtechnisch ausgestattet seid, kann es mit dem Scrapbooking eigentlich losgehen. was ihr jetzt noch braucht, sind natürlich Scrapbook-Materialien:

  • Papier: Scrapbook-Papiere sind das A und O eurer Sammlung. Ohne geht’s einfach nicht. Papiere gibt es in verschiedenen Größen, am gebräuchlichsten sind folgende Formate: 6×6“, 8×8“ und 12×12“. Ich persönlich benutzte vorrangig 12×12“-Papiere, das ist aber Geschmackssache und abhängig von euren Projekten. Die Designs sind dabei so unterschiedlich, dass ihr euch am besten selbst erst einmal in einem Shop umschaut. Dabei werdet ihr relativ schnell merken, dass die meisten Marken ganz bestimmte Design-Arten aufweisen. Graphic45 ist vor allem Vintage-ig, Fancy Pants Designs fröhlich bunt und Prima Marketing oft blumig-kitschig. Je nachdem, auf welche Art von Designs ihr steht, wird sich für euch schnell ein gewisses Fable für bestimmte Marken zeigen. Außerdem eignen sich auch Zeitungen, Geschenkpapiere, Fotokarton etc.
  • Tags: Tags zählen eigentlich mit zu den Embellishments, da sie aber sehr versatil sind, was die Verwendung angeht, bekommen sie einen eigenen Punkt. Tags könnt ihr zum einen komplett selbst gestalten (es gibt diverse Vorlagen im Internet, die ihr euch ausdrucken und als Schablone verwenden könnt) oder käuflich erwerben. Hier gibt es Blanko-Tags, die zwar bereits eine Tag-Form aufweisen aber keine Gestaltung, und vorgedruckte Tags wie zum Beispiel von graphic45 oder 7gypsies. Tags können je nach Größe und Design zur optischen Aufwertung einer Seite dienen oder auch zum Journaling. Eine weitere Möglichkeit ist, Fotos auf sie zu kleben. 
  • Embellishments: Embellishments sind alles, was ihr zum Aufhübschen eures Projektes verwenden könnt. Das fängt mit Papierblumen und Spitze an und führt über Metall-Embellishments bis hin zu Kronkorken. Ich benutze vor allem Blumen, Spitze/Stoffbänder, Klebeperlen und -kristalle und Tags. Wenn ihr das erste Mal in der Embellishment-Kategorie eines Online-Shops befindet, wird euch das mit aller Wahrscheinlichkeit erst einmal überfordern. Es gibt Massen von unterschiedlichen Aufhübsch-Materialien, von denen ihr im Endeffekt wahrscheinlich nur 4 oder 5 wirklich regelmäßig nutzen werdet. Die NäherInnen unter euch haben sicherlich jede Menge Restspitze Zuhause herumliegen und diese ist damit absolut prädestiniert für Scrapbooking. Knöpfe machen sich übrigens auch ganz hervorragend & ich habe sogar schon das eine oder andere Mal Druckknöpfe durchs Papier gejagt. Wenn ihr schon Erfahrung mit solcher Art Hobbies habt, habt ihr bestimmt das eine oder andere Teil, dass ihr auch für Scrapbooking verwenden könnt.

Hier noch eine Anmerkung zu Materialien: Scrapbooking heißt prinzipiell Basteln mit ‚Abfall‘. Wenn ihr also hübsche Papierfetzen, Stoffreste, Verpackungen etc. übrig habt, solltet ihr vorher überlegen, ob ihr sie nicht vielleicht auch für das eine oder andere Projekt verwenden könnt. Eine Freundin von mir hat schon großartige Ergebnisse mit alten Kassenbons erzielt und ein ähnliches Prinzip trifft auch auf meine Alben aus Toilettenpapierrollen zu. Müll ist also nicht gleich Müll.

So, Einkaufszettel geschrieben? Wunderbar. Jetzt müsst ihr nur noch eure Materialien besorgen. Dafür empfehle ich vor allem Online-Shops, da diese meist ein wenig billiger sind. Folgende Shops kann ich persönlich empfehlen:

  • Paperbasics.de (große Auswahl, toller Service)
  • Scrapbook-Werkstatt.de (riesige Auswahl, ebenfalls toller Service)
  • bettypepper.com (riesige Auswahl und toller Service)

Außerdem für alle jene unter euch, die gerne erst einmal an allem herumfummeln müssen:

  • idee (je nach Standort miserable (Hamburg) bis tolle (Leipzig) Auswahl an Scrapbook-Material, leider überteuert)
  • pandoru hobby (kleines Lädchen in Hamburg, Online-Shop gibt’s aber auch, nicht unbedingt billig und eher kleine Auswahl, diese ist dafür ausgefallen und sehr pretty)
  • Xenos (Dekolädchen wie NanuNana nur mit mehr Woah-Effekt für Spitzenbänder und allerlei andere Embellishments – Danke an Goldi für den Hinweis!)

Puh, das war es eigentlich im Großen und Ganzen. Habt ihr noch Fragen? Anmerkungen? Lasst es mich wissen!

~MissBlogger

    13 Kommentare

    1. Als Tipp für Embellishments möchte ich gern noch Xenos anmerken, da gibts vor allem Spitze, diese Verschlussdingsis, Aufkleber…

      Ansonsten finde ich die Auflistung schon ziemlich gut, mir fällt nix weiter ein!

    2. Die Papierspitze beim Xenos unterscheidet sich bei 4 Rollen preislich übrigens nicht von der im Idee. Ich besitze die aus dem Idee, hab dann die im Xenos gesichtet, den Rollenpreis hochgerechnet und war glücklich, mich nicht ärgern zu müssen^^“

      Ansonsten – schöner Post. Ich wüsste gern mal, wie die verwursteten Kassenbons im Album aussehen :3

    3. Jo, das hab ich damals auch gesehen, als ich mir welche mitgenommen habe. Die Qualität lässt auch leider zu wünschen übrig. Da sind die Rollen, die ich bei etsy bestellt hatte, um Längen besser. Wie ist denn deine von idee so?

      Ich finde leider ihren Blogeintrag nicht mehr, wo sie die Ergebnisse vorgezeigt hat. :/

    4. Oh, DANKEdankedankedanke! *hüpf*

      Ein toller Post und endlich verstehe ich ein paar Sachen besser und weiß, worauf ich achten muss! :)

      Ich habe heute übrigens das Paradies gesehen – ich war im Leipziger idee und bin einfach nur begeistert (und erschlagen)! Dass sich so ein Schmuckstück im Keller vom Karstadt versteckt, hätte ich nicht gedacht. Und zwei Stoffläden habe ich auf dem Weg auch noch entdeckt. Ich gehe definitiv zu selten in die Innenstadt…
      Ein bißchen entsetzt war ich von den Preisen für die ganzen kleinen Goodies (also Embellishments ^^), da ist ein Album ja direkt ein Vermögen wert.
      Also erstmal Reste sammeln ;)

      Die Kassenbon-Ergebnisse würde ich auch gerne sehen, kann mir das so gar nicht vorstellen, wie das hübsch werden soll ;)

      PS. Der alte Account funktioniert tatsächlich wieder, wie du schon bemerkt hast. Dafür der neue nicht mehr… Ich habe ein bißchen Angst, dass ich Montag wieder reinschaue und nix geht mehr…

    5. Bitte bitte. :3 Immer gern. Würde dich ein zusammenfassender Eintrag zu einigen Techniken auch interessieren? Dann würde ich mir dafür auch etwas überlegen.

      Der idee ist tatsächlich relativ teuer, aber Scrapbooking-Material ist allgemein alles andere als billig. Der Leipziger Laden hatte das letzte Mal, als ich dort war, auch Papierblumen von Prima Marketing. Die gibt es in so Plastikhüllen, die ein wenig wie eine große Zahnpastatube aussehen. Die sind ihren Preis definitiv wert und für Anfänger ziemlich gut geeignet.

      Wer weiß. Ich hatte deine Kommentare übrigens bei im „Spam-Ordner“ gefunden und dann freigeschaltet. Wahrscheinlich ist Blogger bei neuen Blogs einfach vorsichtig.

    6. uuuh – und das, wo ich gerade anfange Blut zu lecken (dabei hab ich doch gar kein Geld *lalala)

      Wirklich ein schöner und informativer Post!
      Ich würde übrigens einen Post über Tecvhniken oder so auch mitlesen (weil du das gerade angesprochen hattest *hihi)

      :)

    7. Au ja, das würde mich auf jeden Fall interessieren! Wäre toll, wenn du dazu was schreiben könntest! =)

      Hm, vielleicht liegt es wirklich einfach am „neuen“. Ich hoffe, das hat sich dann bald erledigt und ich kann ganz sorgenfrei bloggen ;)

    8. Muharharhar, ich bin fies und gemein und werde dich schon noch zum Scrapbooken bekehren.

      Yay, Techniken folgen. <3

      (Es tut mir so leid, dass du solange auf deinen Gewinn warten musst. Ich hatte tatsächlich eine lange Woche. >_> Aber vor Weihnachten hast du’s, versprochen!)

    9. Die Qualität der Papierspitzen vom Idee ist unterschiedlich. Die schwarzen sind irgendwie beschichtet und glänzen und sind daher sehr stabil. Die weißen sind so dünnes Doily-Papier und reißen dementsprechend auch schneller.

    10. Toller Post, der hilft mir sehr weiter!
      Ich weiß dass der Eintrag schon älter ist… mittlerweile haben wir auch mindestens einen Xenos in Hamburg^^

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