Oh mein Gott, ich hab’s getan! (Oder: Embossing für Anfänger)

Wisst ihr noch, als ich vor einigen Wochen meinte, ich fände Embossing ganz interessant, wäre aber mit Glitzer ganz glücklich und könne auf Embossing verzichten? Das hat sich jetzt irgendwie…relativiert. Nicht erledigt, weil Glitzer episch und über alles erhaben ist, aber Embossing hat definitiv auch seinen Charme (vor allem wenn in dem Pulver zusätzlich Glitzerpartikel drin sind, ahem).
Also habe ich mich einmal ein wenig eingedeckt:


Eingekauft wurden unter anderem ein kleines Embossing-Stempelkissen, weil ich mir zu dem Zeitpunkt noch nicht sicher war, ob Embossing wirklich etwas für mich ist. Später kam dazu noch ein Embossing-Stift dazu. Die Pulver habe ich mir in den Farben Schokolade, Rot und Ägyptisch Gold besorgt.
Als Embossing-Neuling musste ich übrigens gleich einmal feststellen, dass Embossing nicht gleich Embossing ist. Zum einen gibt es die Version mit Stempelkissen und Pulver, also die von mir gewählte. Und dann gibt es noch das Embossing, bei dem Motive ins Papier eingeprägt werden. Hier findet ihr noch eine nette Beschreibung dazu. Aber prinzipiell ist das eine mit dem anderen kaum vergleichbar. Auf jeden Fall schon einmal gut zu wissen, dass diese Plastik- bzw. Metallschablonen mit meinem Pulverkram per se so viel nicht zu haben.

1. Was brauche ich für Embossing?

Embossing-Stempelkissen/-Stifte: Damit ihr die Embossing-Flüssigkeit aufs Papier bringen könnt. Stempelkissen gibt es im .idee für irgendwas um die 4€ (klein) bis 8€ (groß). Embossing-Stifte kosten etwas um die 3-4€. Die Kissen sind meistens farblos. Ich habe bei .idee jedoch auch leicht eingefärbte Pads gesehen. Der Embossing-Stift oben hat eine leicht bläuliche Färbung, die unter dem geschmolzenen Pulver nicht mehr sichtbar ist.
Embossing-Pulver: Embossing-Pulver gibt es in etwa so vielen Farben und Ausführungen wie Glitzer, nur ist es ein wenig teurer: ca 4€ pro Behälter. (Wobei ich dazu sagen muss, dass in den Behältern auch ein wenig mehr drin ist. Preislich kommt man im Endeffekt wahrscheinlich beim Gleichen raus.) Embossing-Pulver gibt’s im .idee, „Sternenstaub“, aber auch Tim Holtz hält in seiner Distress-Serie Pulver bereit. Von denen plane ich mir auch noch das eine oder andere Pülverchen zuzulegen, bin gespannt wie „distressed“ Embossing aussieht.
eine Hitzequelle: Embossing-Pulver beginnt bei 120°C zu schmelzen, ein Haarfön ist für Embossing also eher ungeeignet. Ihr könnt daher zum einen zu einem Heißluftgerät greifen, die es für 30€ zu erstehen gibt oder ihr nehmt einfach euren Toaster. Der wird tatsächlich so heiß, dass es reicht, das Papier mit dem Pulver darüber zu halten, damit es schmilzt. Ansonsten funktioniert es wohl auch im Backofen.
und zu guter Letzt benötigt ihr noch Stempel:

2. Wie embosse ich Papier?

1. Wählt einen Stempel aus und „färbt“ diesen mit dem Embossing-Pad ein. Seid dabei nicht zu sparsam, damit ihr auch wirklich genug von der Flüssigkeit aufs Papier bringt.

2. Ab damit aufs Papier!

3. Jetzt geht es so weiter wie beim Glitzer: Embossing-Pulver über das Motiv schütten…

…und danach sorgfältig abklopfen.

4. Jetzt müsst ihr das Pulver noch erhitzen. Beim Toaster einfach das Gerät einschalten und kurz warten, bis es ordentlich warm ist. Wenn ihr den Backofen verwendet, müsst ihr diesen schon vorher vorheizen.
Haltet das Papier mit der bepulverten Stelle über/unter die Hitzequelle und wartet bis sich dieses verflüssigt hat (Vorsicht heiß! Verbrennt euch nicht.). Anschließend das Papier von der Hitzequelle wegnehmen. Dann sollte euer Motiv so aussehen:

Das Pulver sieht „nass“ aus und wenn ihr mit dem Finger darüber fahrt, spürt ihr die leichte Erhebung, durch die Embossing charakterisiert wird.

Der Embossing-Stift sieht von nahem übrigens so aus:

Das ist die dünne Spitze, er hat auch noch ein breiteres und flacheres Ende. Beim Stift ist mir aufgefallen, dass die Flüssigkeit sehr schnell trocknet. Wenn ihr Schriften oder eigene Motive zaubern wollt, müsst ihr also schnell arbeiten und vor allem nicht direkt über der Heizung wie ich das für die Fotos getan habe. (Meine Heizung ist typischerweise direkt unter dem Fenster, wo ich am Samstag einfach das beste Licht hatte.)
Und so sieht es aus, wenn ihr schreibt:

Ich muss wirklich aufhören, mich ständig für neue Techniken begeistern zu lassen. Aber Embossing macht immens viel Spaß und Scrapbook-Seiten lassen sich dadurch toll aufwerten. Habe das ganze natürlich gleich einmal bei Noteworthy angewendet. Aber dazu im nächsten Eintrag mehr. :3

Was sagt ihr? Embossing – awesome oder schon schöneres gesehen?

~MissBlogger

4 Kommentare

  1. Ooooooooh *____* Toll! Damit kann man sicher auch noch andere (hitzebeständige) Dinge verzieren… (Nein, ich spiele jetzt nicht mit dem Gedanken, das mal zu beschnuppern. Nein, nein, nein.)

    Dass es diese zwei Embossing Arten gibt, hat mich immer total verwirrt. Irgendwie hab ich immer diese unterschiedlichen Gerätschaften und Zubehör gesehen und konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man das alles in einer Technik unterbringen soll..

  2. Faszinierend!

    Und mir ging es wie Muffin, ich war total irritiert was es da für Möglichkeiten gibt… Ich muss aber zugeben, dass mich diese Metallschablonen mehr fasziniert haben. ^^

  3. @Muffin: Jo, vor allem Deko-Gegenstände können damit noch ganz schön aufgepeppt werden. Geschenkboxen, Aufbewahrungsboxen, Karten…the possibilities are practically endless.
    Als ich mich das erste Mal mit dem Gedanken getragen habe, Embossing auszuprobieren, habe ich mich auch gewundert, wie ich bitte diesen Prägestift mit dem Pulver vereinbaren soll… >_>°

    @Goldi: Absolut faszinierend.
    Die Metallschablonen finde ich allein deswegen schon wieder meh, weil man dazu eine extra Lichtquelle braucht, sodass man durch das Papier die Schablone sieht bzw. für bedruckte Papiere braucht man diese Prägemaschine. Das macht das ganze dann schon wieder meh. Und ich benutze langsam so viele Techniken, dass ich keinen Überblick mehr habe. XD

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